In der im Jahr 2001 veröffentlichten Bad Neuenahrer Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin in der DDG zur Versorgung von an Diabetes erkrankten Migranten ist zu lesen: „Unter den acht Millionen Migranten in Deutschland gibt es bereits heute mindestens 600.000 Diabetiker. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Diabeteshäufigkeit unter Migranten höher ist als unter der deutschen Ursprungsbevölkerung. (…) Durch die Alterung der ersten Migrantengeneration wird sich deshalb die Zahl der ausländischen Diabetiker schon in den nächsten Jahren verdoppeln.“ Zeit etwas zu tun…!
(Hier gelangen Sie zu der Bad Neuenahrer Erklärung zur Versorgung von an Diabetes erkrankten Migranten: http://www.diabetes-psychologie.de/neuenahrer_erklaerung.htm)
… Das dachten sich auch Ärzte, Psychologen, Diabetesberaterinnen und Betroffene als sie im Juni 2002 in Köln die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Migranten (in der DDG / e. V.) gründeten. Ihr Ziel: die interdisziplinäre Betreuung von Migranten mit Diabetes zu verbessern - durch
- Förderung wissenschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Epidemiologie des Diabetes bei Migranten und der psychosozialen und kulturellen Hintergründe in ihrem Einfluss auf Krankheitsverarbeitung und -bewältigung
- Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit aller mit der Behandlung von Migranten mit Diabetes befassten Berufsgruppen
- Förderung qualitätssichernder Maßnahmen.
Die AG ist inzwischen längst eine anerkannte Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Sie arbeitet mit anderen AGen der DDG gemeinsam an ihren Zielen: Denn auch bei MigrantInnen gibt es durch den Diabetes bedingte Herz-, Nerven-, Wundheilungsstörungen u.a., so dass eine Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsgemeinschaften der DDG sinnvoll ist.
Im Rahmen der DDG-Jahrestagungen hat sich das Symposium der AG inzwischen etabliert und findet entsprechend regen Zuspruch. Bei der 42. Jahrestagung der DDG 2007 wurde nach einem Treffen der Spitzenrepräsentanten der DDG und der Türkischen Diabetes Stiftung der Beschluss gefasst, eine deutsch-türkische Kommission zu bilden, die die gemeinsamen Anstrengungen beider Seiten zur Betreuung türkischer Migranten mit Diabetes in Deutschland und der Türkei koordinieren soll.
Darüber hinaus ist die AG natürlich bestrebt, auch die Situation für die Migranten anderer Herkunftsländer zu verbessern und dafür Lösungen zu finden.
Das A und O: Schulung
Eines der vielen Themen der Mitgliederversammlungen und Treffen des sogenannten „Offenen Vorstands“ ist die Schulung von Migranten. Insbesondere im Hinblick auf die Teilnahme von Migranten an den Disease-Managements, wird es immer wichtiger, für diese Bevölkerungsgruppe optimale Schulungsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört neben der Übersetzung deutschsprachiger Curricula in die jeweilige Landessprache, die Berücksichtigung sozialer und kultureller Unterschiede in die jeweiligen Schulungskonzepte. Derzeit steht mit dem Schulungsprogramm „Medias 2 in türkischer Sprache“ eine Möglichkeit zur Verfügung, Migranten entsprechend zu schulen. Vorteil: Das deutschsprachige Medias 2 Schulungsprogramm ist evaluiert und zertifiziert, so dass es hinsichtlich der Abrechnung mit den Krankenkassen keine Schwierigkeiten geben dürfte. Inzwischen gibt es von verschiedenen Anbietern Schulungsprogramme und –anleitungen die teils. von Mitgliedern der AG erstellt wurden. Auch einige Facharbeiten von TeilnehmerInnen der Weiterbildungseinrichtungen "DiabetesberaterInnen DDG" sind inzwischen zu diesem Thema geschrieben worden.
Es gibt viel zu tun: werden Sie aktiv!
Jedes Mitglied der DDG kann als so genanntes "ordentliches Mitglied" der Arbeitsgemeinschaft beitreten. Personen, die auf dem Gebiet der Diabetes-Versorgung tätig sind bzw. tätig werden wollen und nicht Mitglied der DDG sind, können dem Verein als ordentliches Mitglied dann beitreten, wenn der Vereinsvorstand zustimmt, was i. d. R. der Fall ist. Insbesondere ist die AG interessiert an der Mitarbeit von Ärzten, Psychologen, Arzthelferinnen, Diabetesberaterinnen, -assistentinnen u. a., die bereits Erfahrung in der Betreuung und Schulung von Migranten haben oder demnächst damit beginnen wollen.
Der Vorstand ist immer dankbar für Anregungen, die zu einer Verbesserung der Betreuung führen können und für die Nennung bzw. Erarbeitung von für die Schulung geeigneter Materialien.
Die Vorstandstreffen sind i.d.R. Treffen des sogenannten„Offenen Vorstands“, zu denen alle Mitglieder der AG eingeladen sind, die aktiv an den Zielen der AG mitarbeiten wollen. Gleichgültig, ob sie bereits viel Erfahrung in der Betreuung von Migranten gesammelt haben oder erst neu in diesem Bereich tätig sind. Diese Treffen finden meist zweimal pro Jahr statt.
Auf der sich derzeit noch im Aufbau befindlichen Internetseite (http://www.diabetesundmigranten.de) der AG wird für die Mitglieder der AG ein Forum errichtet, in dem in Zukunft Erfahrungen ausgetauscht werden können und viele Informationen bis hin zu Power Point-Vorträgen abrufbar sein werden. Auch eine Beitrittserklärung ist dort abrufbar. Einige Informationen werden zukünftig auch für Nichtmitglieder abrufbar sein z. B. Literaturlisten u. ä.
Der Jahresbeitrag für den Verein beläuft sich derzeit auf 25,00 Euro pro Jahr, bei Beitritt ab 1.7. eines Jahres 12,50 Euro für das laufende Jahr. Über den Mitgliedsbeitrag für den Verein Diabetes und Migranten wird die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft finanziert. Daher sind bislangalle Mitglieder der AG gleichzeitig Mitglied im Verein.
Bei Interesse bzw. weitergehenden Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit der Geschäftsstelle oder dem Webmaster Egon Manhold auf.
Zum Vereinsvorstand gehören:
1. Vorsitzender: Dr. med. Batuhan Parmakerli-Czemmel, Mannheim
1. stellv. Vorsitzender: Dr.med. Fahrettin Adsay, Hamburg
2. stellv. Vorsitzende: Erika Helfrich-Brand, Diabetesberaterin DDG, Berlin
Schriftführerin: Tanja Ün, Diabetesberaterin DDG, Uettingen
Schatzmeisterin: Marianne Heymann, Diabetesberaterin DDG, Ludwigshafen
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Kontakt über die Geschäftsstelle: Dr. med. Bernd Kalvelage |
Fragen zur Mitgliedschaft und Webseite: Egon Manhold |



