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   22.02.2005
Diabetes und Haut

Bei einem gestörten Stoffwechsel infolge eines Diabetes ist der Wasserhaushalt und dadurch auch die Haut betroffen. Daneben spielen auch die Proteinstruktur der Haut, Nervenschädigungen sowie das Immunsystem als Ursachen bei Hautproblemen eine Rolle.
Die Haut verlangt daher sehr genaue Beobachtung und Pflege. Ansonsten können schwerwiegende Hautprobleme entstehen, wie zum Beispiel quälender Juckreiz, Ekzeme oder auch schmerzhafte Verletzungen, die ohne ärztliche Behandlung schwer in Griff zu bekommen sind.

Warum entstehen Hautprobleme?
Hohe Blutzuckerwerte führen beim Diabetes durch häufiges Wasserlassen zu einem Wassermangel, der wiederum eine starke Austrocknung der Haut (Turgorabnahme), insbesondere der Schleimhäute zur Folge haben kann. Es resultiert ein starker Juckreiz, von dem der gesamte Körper oder auch nur die Schleimhäute der Geschlechtsorgane (betrifft oft Frauen) betroffen ist. Oft kommt es zusätzlich zu Hautinfektionen. Wiederholtes Auftreten von „Fußpilz“ oder so genannte „Faulecken“ sind Kennzeichen, die auf eine Diabetes-Erkrankung hinweisen können, wenn diese nicht bereits festgestellt wurde.

Die Haut von Menschen mit Diabetes hat oft ein welkes Aussehen und eine einhergehende Fältchenbildung sowie eine sehr weiche Konsistenz. Alle Hautalterungsprozesse verlaufen schneller ab. Grund dafür ist die Veränderung der Eiweißmoleküle, die das Wasserbindungsvermögen der Haut reduziert und somit Falten, Juckreiz und Schuppenbildung entstehen lässt. Dazu kann eine so genannte “Couperose“ auftreten, bei der es zur Erweiterung der feinen Gefäße im Gesicht kommt und dadurch die Fließeigenschaften des Blutes erheblich verschlechtert werden. Durchblutungsstörungen der Haut führen zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, weshalb die Wundheilung verschlechtert ist.

Hinzu kommen Nervenschädigungen, die Schweißabsonderungen verringern. Auch hieraus resultiert eine Hauttrockenheit, durch die Hautrisse entstehen können, die die Möglichkeit von Entzündungen und Infektionen begünstigen.

Weiterhin ist das Immunsystem geschwächt: Durch veränderte Stoffwechselprozesse sind die Leukozytenfunktionen eingeschränkt. Dies begünstigt ein wiederholtes Auftreten, ein schnelleres Ausbreiten und eine längere Dauer von Infektionen.

Welcher Art sind die Hautprobleme?
Hautveränderungen und schlecht heilende Wunden können Folgeerscheinungen des Diabetes sein.

Die Aufteilung der Hautveränderungen werden in vier Kategorien eingeteilt:

  1. Typische oder gehäuft auftretende Hauterkrankungen bei Diabetes.
  2. Reaktionen der Haut in Folge von Insulin- und Antidiabetikagabe.
  3. Infektionen der Haut.
  4. Durch Komplikationen auftretende Hautveränderungen.

Die folgenden Hauterkrankungen treten häufig bei Diabetes auf:

  • Diabetische Dermatopathie (pigmentierte prätibiale Papeln)
  • Diabetische Hautverdickung (diabetisches Sklerödem)
  • Necrobiosis lipoidica (schmerzlose rote Flecken)
  • Bullosis diabeticorum (diabetische Blasenbildung)
  • Yellow nail syndrome (gelbe Haut und gelbe Nägel)
  • Eruptive Xanthome (rasches Aufschießen von gelben Knoten in der Haut)
  • Disseminiertes Granuloma annulare (ringförmig angeordnete Knötchen)
  • Pruritus diabeticorum (Juckreiz) und Hauttrockenheit
  • Rubeosis faciei (Gesichtsrötung)
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
  • Lichen ruber planus (Knötchenflechte)
  • Perforierende Dermatosis (Bindegewebe-Durchbruch durch die Haut)
  • Ekzeme

Treten spezielle Hautprobleme auf, sollte immer ein Arzt konsultiert werden, da eine ärztliche Behandlung in den meisten Fällen nötig ist. Die wichtigste Präventionsmaßnahme und Behandlungen für die Hauterkrankungen ist eine gute Blutzuckereinstellung. Aber auch eine diabetesgerechte Hautpflege ist wichtig.

Wie erfolgt eine diabetesgerechte Hautpflege?
Bei der Hautpflege spielt nicht nur der kosmetische, sondern besonders der gesundheitliche Aspekt eine bedeutende Rolle. Spezielle Hautpflegeprodukte mit einer entsprechenden Beratung werden in Apotheken angeboten. Beliebt in der Verwendung sind Ölbäder, die auf die Hautfettung und -pflege sehr günstig wirken. Allerdings sollte auf übermäßig langandauernde Bäder verzichtet werden, da diese das Aufquellen der Haut und damit eine Pilz- und Bakterienanfälligkeit fördern. Ein kurzes und kühles Duschen mit rückfettenden Wasch- und Duschcremes sind günstiger als langes heißes Duschen mit Seifen.

Für die Gesichts- und Körperpflege gibt es reichhaltige Cremes oder Lotionen mit Harnstoff und den hautregenerierenden Vitaminen A und E. Auf chemische Zusätze wie Farb- oder Duftstoffe sollte verzichtet werden.

Auch vor Wettereinflüssen ist die Haut zu schützen. Besonders in den Sommertagen sollte der Hautschutz vor übermäßiger Sonne mit Sonnencreme erfolgen. Vor Kälte und Wind schützen gefütterte und atmungsaktive Kleidung. Besonders wichtig ist die ausreichende Versorgung des Körpers mit reichlich Flüssigkeit, um den Wasserhaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten und dem Körper und der Haut das verloren gegangene Wasser zurückzugeben.